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Kein Vorteil einer längeren Wartezeit bis zum Embryotransfer nach Einfrieren aller befruchteten Eizellen im IVF /ICSI -Zyklus

Montag, 03.04.2017

Die für eine IVF/ICSI-Therapie durchgeführte hormonelle Stimulation der Eierstöcke führt zu deutlich erhöhten Hormonspiegeln mit dem Risiko eines sogenannten Überstimulationssyndroms (OHSS) und einer herabgesetzten Rezeptivität („Einnistungsbereitschaft“) der Gebärmutterschleimhaut. Diese Phänomene treten insbesondere bei einem übermäßig starken Ansprechen auf die Stimulationsbehandlung mit einer höheren Zahl entnommener Eizellen auf. Durch die vorsorgliche Entscheidung zum Einfrieren aller befruchteten Eizellen („freeze-all“) und Verzicht auf einen Embryotransfer (ET) im Stimulationszyklus selbst können diese Risiken für die Patientin vermieden werden.

Eine aktuelle retrospektive Studie (Lattes et al. There is no evidence that the time from egg retrieval to embryo transfer affects live birth rates in a freeze-all strategy. Hum. Reprod. 2017; 32: 368-374) untersuchte den möglichen Einfluss des nachfolgenden Intervalls bis zur Durchführung des ET im Hinblick auf die Erfolgsraten der IVF/ICSI. Es wurden 512 Behandlungszyklen von Patientinnen mit einem „freeze-all“-Zyklus retrospektiv ausgewertet, ohne dass sich Hinweise auf einen negativen Effekt durch einen ET direkt im nachfolgenden Zyklus zeigten. Tatsächlich lag die Lebendgeburtenrate nach einem ET im ersten nachfolgenden gegenüber einem späteren Zyklus signifikant höher (37,6 vs. 27,3%; p = 0,01). Die Raten biochemischer und klinischer Schwangerschaften (44,1 vs. 36,1%) sowie Fehlgeburten (11,8 vs. 16,1%) waren nicht signifikant unterschiedlich. In der multivariaten Analyse zeigte sich ebenfalls kein signifikanter Unterschied (OR 0,73; CI 0,49-1,08), auch nicht bei Berücksichtigung von Einflussfaktoren wie Eizellzahl oder Medikamentenauswahl.

Obwohl bei dieser ausländischen Studie nicht frühe befruchtete Zellen (Vorkernzellen) sondern Embryonen eingefroren wurden, dürfte die getroffene Aussage auch für die in Deutschland geltenden Bedingungen gelten. Für die Patientinnen ergibt sich auf Basis der Studie die gute Nachricht, dass sich nach einem zunächst risikomindernden und daher vernünftigen Verzicht auf einen ET im Stimulationszyklus keine längere Wartezeit ergibt, sondern dieser mit guten Erfolgschancen bereits direkt im Folgezyklus „nachgeholt“ werden kann.

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