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Abwartendes vs. operatives Vorgehen bei Endometriomen und Subfertilität

Donnerstag, 21.09.2017

Etwa 44% aller Endometriose-Patientinnen weisen Endometriome auf. Kontrovers diskutiert wird seit Jahren die Frage der Notwendigkeit einer operativen Intervention  vor assistierten reproduktionsmedizinischen Therapien.
In einem aktuellen Review wurde diese praxisrelevante Frage behandelt (Brink Laursen et al. Surgery versus conservative management of endometriomas in subfertile women. A systematic review. Acta Obstet. Gynecol. Scand. 2017; 96: 727-735).
Unter 686 Arbeiten fanden sich lediglich eine randomisierte und kontrollierte Studie sowie 9 retrospektive Kohortenstudien, alle allerdings von niedriger Qualität. Die Wahrscheinlichkeit einer IVF/ICSI-Lebendgeburt nach OP (verglichen mit dem Abwarten) betrug 0,87 (95% CI 0,64-1,18, nicht signifikant, 6 Studien, sehr niedrige Qualität). Die mittlere Differenz antraler Follikel lag nach OP bei – 2,09 (95% CI – 4,84 – 0,67, 4 Studien, sehr niedrige Qualität) und war ebenfalls nicht signifikant.
Aufgrund des beschriebenen Problems der Studienqualität sind verlässliche Schlussfolgerungen problematisch. Die eingeschlossenen Untersuchungen zeigen keinen signifikanten Unterschied in der Lebendgeburtenrate der operierten vs. abwartend behandelten Gruppe. Bei offensichtlich weiterem Klärungsbedarf durch mehr und qualitativ bessere Studien favorisieren die Autoren momentan das abwartende Vorgehen, wenn die einzige Indikation in der Subfertilität besteht.
Hier bleibt uns in der Routine aktuell weiterhin nur die individuelle Entscheidung in Abhängigkeit von Faktoren wie z.B. der Größe und Sonomorphologie des Befundes, Primär- versus Rezidivbefund, dem Alter und der ovariellen Reserve der Patientin etc.

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