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amedes-Gruppe bringt VaginomCheck auf den Markt

Datum: 19.11.2019

Präzise Analyse des vaginalen Mikrobioms ermöglicht individualisierte Therapien bei ScheidenentzündungenDer VaginomCheckTM schafft im Gegensatz zum bisher üblichen „Standard-Abstrich“ ein umfassendes Bild der Zusammensetzung der Keimbesiedlung der Scheidenschleimhaut. Die Analyseergebnisse ermöglichen neben der herkömmlichen antibiotischen Behandlung auch gezielte probiotische Behandlungsansätze zum Aufbau eines gesunden Vaginoms. Der VaginomCheckTM verbessert damit gegenüber der „Standard-Abstrich“-Untersuchung die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Therapie. amedes hat am 9. November im Rahmen des gynäkologischen Herbstseminars 2019 den „VaginomCheckTM“ als neues labordiagnostisches Angebot vorgestellt. Mithilfe des Tests können Ärzte fortan die genaue Zusammensetzung des vaginalen Mikrobioms, auch Vaginom genannt, schnell und zuverlässig mittels moderner Gensequenzierung bestimmen lassen. In Mitteleuropa haben ca. 23 Prozent aller Frauen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal eine bakterielle Vaginose, umgangssprachlich Scheidenentzündung[1]. Eine Vaginose ist nicht nur unangenehm, sondern kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, das Risiko für Frühgeburten erhöhen und Virusinfektionen begünstigen. Die Ursachen für eine bakterielle Vaginose liegen in der Regel nicht an mangelnder Hygiene, sondern an der Zusammensetzung des vaginalen Mikrobioms, der Gesamtheit aller Mikroorganismen auf den vaginalen Schleimhäuten. Jede Frau besitzt ihr ganz individuelles Vaginom. Dieses ist nicht ein Leben lang gleich, sondern wird beeinflusst durch Lebensstilfaktoren, Schwangerschaften oder hormonelle Einflüsse in der Pubertät, der Menopause oder bei der Verwendung von hormonellen Verhütungsmitteln. Die präzise Bestimmung des individuellen vaginalen Mikrobioms bildet die Basis für eine personalisierte Therapie bei Scheidenentzündungen, unerfülltem Kinderwunsch beziehungsweise für schützende Maßnahmen bei einer bestehenden Schwangerschaft.Der von amedes entwickelte VaginomCheckTM gleicht in der Anwendung einem „Standard-Abstrich“, bietet aber entscheidende Vorteile: Der VaginomCheckTM schafft im Gegensatz zum bisher üblichen „Standard-Abstrich“ ein umfassendes Bild der Zusammensetzung der Keimbesiedlung der Scheidenschleimhaut. Dabei werden neben Bakterien auch Pilze, die ebenfalls für Scheidenentzündungen verantwortlich sein können, erfasst. Auch das Mengenverhältnis der Keime zueinander lässt sich im Gegensatz zum „Standard-Abstrich“ bestimmen. Die Analyseergebnisse ermöglichen neben der herkömmlichen antibiotischen Behandlung auch gezielte probiotische Behandlungsansätze zum Aufbau eines gesunden Vaginoms. Der VaginomCheckTM verbessert damit gegenüber der „Standard-Abstrich“-Untersuchung die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Therapie. Die wichtigsten Keime des Vaginoms sind die sogenannten Laktobazillen, die durch die Produktion von Milchsäure und die damit einhergehende Regulierung des pH-Werts für ein gesundes Scheidenmilieu sorgen. Dies führt dazu, dass sich andere, insbesondere pathogene Keime, nicht in der Vagina ansiedeln können. Nach neuesten medizinischen Erkenntnissen gibt es beim Vaginom verschiedene typische Zusammensetzungen unterschiedlicher Bakterienarten. Mediziner bezeichnen diese als Community State Types[2]. Das Vaginom ist nicht immer stabil, sondern kann sich im Zeitverlauf und in Abhängigkeit der Lebensumstände in seiner Zusammensetzung verändern. Einen Einfluss haben unter anderem die Verwendung von hormonellen Kontrazeptiva, die Phasen im Menstruationszyklus, Sexualpraktiken, die Anzahl der Sexualpartner, die Vaginalhygiene, die Einnahme von Antibiotika sowie die Ernährung. Auch eine Schwangerschaft kann eine Veränderung des Vaginoms begünstigen. Bestimmte Vaginom-Zusammensetzungen können den Schutz vor Infektionen erhöhen – andere wiederum können sich schädlich auf die vaginale Gesundheit auswirken. Ein unerfüllter Kinderwunsch oder Fehl- und Frühgeburten können ebenso mögliche Folgen sein wie bakterielle Scheideninfektionen (Vaginose) und ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit sexuell übertragbaren Erregern, zum Beispiel Chlamydia trachomatis, HPV oder HIV.„Der VaginomCheckTM ermöglicht Frauen und ihren behandelnden Gynäkologen eine einfach zu handhabende und dennoch präzise Analyse des vaginalen Mikrobioms“, sagt Prof. Dr. med. Christoph Keck, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Vice President Medical Affairs bei amedes. „Das Besondere ist, dass sich nicht nur das Vorhandensein einzelner Bakterienstämme, sondern auch das quantitative Verhältnis der einzelnen Keime zueinander bewerten lässt. Dieses Wissens erlaubt den Frauenärztinnen und -ärzten eine individuell abgestimmte Behandlung der Scheidenschleimhaut mit dem passenden Mix aus antibiotischen und probiotischen Wirkstoffen. Der Test ist somit ein wertvolles Instrument, welches die Behandlung unter anderem bei wiederholten Fehlgeburten, unerfülltem Kinderwunsch, einer drohenden Frühgeburt und wiederholten Scheideninfektionen unterstützen kann“. Der VaginomCheckTM wird als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) angeboten und kostet 149,00 Euro. Die Probe wird in einem akkreditierten Medizinlabor von amedes analysiert. Weitere Informationen zum VaginomCheckTM bietet die Internetseite www.vaginomcheck.de.Relevante LiteraturBrooks JP et al.: Changes in vaginal community state types reflect major shifts in the microbiome. Microb Ecol Health Dis, 2017;28:1303265.Brooks JP et al.: Effects of combined oral contraceptives, depot medroxyprogesterone acetate and the levonorgestrel-releasing intrauterine system on the vaginal microbiome. Contraception, 2017;95:405–413.Chaban B et al.: Characterization of the vaginal microbiota of healthy Canadian women through the menstrual cycle. Microbiome. 2014;2:23.Peebles K et al.: High Global Burden and Costs of Bacterial Vaginosis: A Systematic Review and Meta-Analysis. Sex Transm Dis, 2019. doi: 10.1097Ravel J et al.: Vaginal microbiome of reproductive-age women. PNAS, 2011;108(Supplement 1): 4680–4687.Romero R et al.: Preterm labor: one syndrome, many causes. Science, 2014;345:760–5.Schellenberg JJ et al.: Gardnerella vaginalis Subgroups Defined by cpn60 Sequencing and Sialidase Activity in Isolates from Canada, Belgium and Kenya. PLoS One. 2016;11:e0146510.Witkin SS et al.: Why do lactobacilli dominate the human vaginal microbiota? BJOG, 2017;124:606–611.[1] Peebles K et al.: High Global Burden and Costs of Bacterial Vaginosis: A Systematic Review and Meta-Analysis. Sex Transm Dis, 2019. doi: 10.1097[2] Wolfgang R. Heizmann, Martin Meixner, Ralf Glaubitz, Nadine Petersen, Christoph Keck: Bedeutung des Mikrobioms für die Pathogenese der bakteriellen Vaginose. Der Frauenarzt. 60 Jg. Ausgabe 4/2019, S. 238ff.