Keratokonjunktivitis epidemica

Diagnose: Antigennachweis bzw. Nukleinsäurenachweis im Konjunktivalabstrich.Epidemiologie und Klinik: Die Keratokonjunktivitis epidemica ist eine durch Adenoviren verursachte, hochkontagiöse, teilweise hämorrhagische Konjunktivitis. In Gemeinschaftseinrichtungen sind häufig große Kollektive betroffen. Die Übertragung findet oft über Türgriffe, Lichtschalter, Handläufe, durch gemeinschaftlich benutzte Augentropfen und augenärztliche Instrumente statt. Adenoviren zeichnen sich durch eine extreme Umweltresistenz aus. Bei Raumtemperatur sind sie über Wochen auch außerhalb des Körpers infektiös. Die Inkubationszeit beträgt 5-12 Tage. Das klinische Bild ist neben der follikulären Konjunktivitis von Photophobie, Schmerzen und Augentränen gekennzeichnet. Schwellung der Plica semilunaris und der Karunkel gehören ebenso wie später auftretende subepitheliale Hornhautinfiltrate zum Krankheitsbild. Nach 2-3 Wochen heilt die Erkrankung meist folgenlos aus. Selten kann es zu Verwachsungen der Konjunktivalblätter kommen. Eine Ansteckungsfähigkeit ist gegeben solange Adenoviren in den Sekreten nachgewiesen werden können. In der Regel sind dies 10-14 Tage.Prophylaxe: Expositionsprophylaxe; strikte Einhaltung der Hygieneregeln. Herkömmlich Desinfektionsmittel können Adenoviren nicht zuverlässig inaktivieren. In der RKI-Desinfektionsmittelliste als "viruzid" deklarierte Zusammensetzungen sollten verwendet werden (z.B. Sterillium virugard).Meldepflicht:  Nach §7 (1) IfSG ist der direkte Nachweis von Adenoviren im Konjunktivalabstrich meldepflichtig. (In einigen Bundesländern ist die epidemische Keratokunjunktivitis als klinisches Bild meldepflichtig.)Nach §6 (3) IfSG ist dem Gesundheitsamt unverzüglich das gehäufte Auftreten nosokomialer Infektionen, bei denen ein epidemiologischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, als Ausbruch nichtnamentlich zu melden.