Knochenresorption

Marker der Knochenresorption sind die Abbauprodukte des Kollagens sowie die aktiven Enzyme. Alle Kollagenabbauprodukte zeigen eine ausgeprägte Tagesrhythmik mit höchsten Werten in der Nacht.

 

 

 

Hydroxylysin

Freigesetzt aus dem Kollagen und renal eliminiert. Hydroxylysins entstammt aber auch aus dem Stoffwechsel der Haut und des Complementproteins C1q. Die Auscheidung wird außerdem durch den Hydroxyprolingehalt der Nahrung (Fleisch, Gelatine) beeinflußt, so dass eine Diät vor der Messung eingehalten werden muss. Aus den obigen Gründen ist die Bestimmung heutzutage obsolet.

 

Pyridinoline (Pyridinium-crosslinks)

Desoxypyridinolin im Urin ist ausschließlicher Knochenmarker. In postmenopausalen Frauen werden überhöhte Werte durch den Bezug auf Creatinin gemessen, da die Creatinin-Ausscheidung parallel zur Muskelmassenverminderung absinkt und durch den Bezug auf das Creatinin der Desoxypyridinolinwert überproportional ansteigt.

 

Carboxy- bzw. aminoterminales Kollagen Typ I Telopeptid

Kollagenfibrillen werden bei der Synthese durch Hydroxypyridiniumderivate mit benachbarten Fibrillen verknüpft. Beim Proteolytischen Abbau werden diese Verknüpfungstellen freigesetzt und können in Blut und Urin gemessen werden. Diese Telopeptide werden auch beim Abbau der Haut freigesetzt und sind somit kein exclusiver Marker  für die Knochenresorption. Die beste Knochenspezifität haben NTX und CTX (s.u.).

 

N-terminale crosslinks (NTX)

Aminoterminales Kollagen Typ I Telopeptid,
Urin/NTX reagiert schnell auf eine Bisphsphonattherapie und scheint somit die Resorption gut zu reflektieren.

 

C-terminale crosslinks (CTX, CrossLaps)

Carboxyterminales Kollagen Typ I Telopeptid, Abbauprodukt durch Kathepsin der Osteoklasten,
im Serum schnellerer Abfall nach Bisphosphonat als NTX, reflektiert Abbau reifen Knochens und ist nicht beeinflußt durch ablaufende Knochenformation.

 

Kollagen Typ I C-terminales Telopeptid (ICTP)

Carboxyterminales Kollagen Typ I Telopeptid, Abbauprodukt durch Matrix-Metalloproteasen von Osteoklasen, Tumor- und anderen Zellen,
misst atypischen Kollagenabbau bei Knochenmetastasen und rheumatischen Erkrankungen, steigt nach der Menopause kaum an, sinkt nach Östrogengabe bei postmenopausalen Frauen kaum ab, eher wenig nützlich als Marker der üblichen Knochenresorption bei Osteoporose.

 

Saure Phosphatase (SP)

Entstammt Thrombozyten, Erythrozyten, Knochen, dem REs und der Prostata (Tartrat-hemmbare SP). Aufgrund Instabilität schwierige Präanalytik.

 

Tartrat-resistente saure Phosphatase (TRACP, "Bone Trap")

Entstammt Knochen, Erythrozyten und Thrombozyten. Isoenzym 5b ist knochenspezifisch (Ausnahme: erhöht bei Haarzellleukämie). Gut einsetzbar bei eingeschränkter Nierenfunktion. Instabil: Serum innerhalb von 2 Stunden abtrennen und einfrieren.

 

Knochensialoprotein

Bestandteil der Bindegewebsmatrix von Knochen und Dentin, erhöhte Serumkonzentrationen korrelieren mit Knochenresorption. Auch enthalten in Thrombozyten, daher eingeschränkte Knochenspezifität.

 

 

 


Aus den oben angeführten Markern empfehlen sich für die Routinediagnostik am ehesten:
CTX aus dem EDTA-Plasma
Desoxypyridinoline aus dem ersten Morgenurin