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©istock.com/Eva Blanco

Nicht invasiver Pränataltest zur Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors

Die „nicht-invasive Untersuchung des fetalen Rhesusfaktors D bei RhD-negativen Schwangeren“ wurde am 24.11.2020 in die Mutterschafts-Richtlinien aufgenommen. Alle RhD-negativen Schwangeren können jetzt ihr Blut auf den Rhesusfaktor des Fetus testen lassen, um eine nicht notwendige Anti-D-Prophylaxe zu vermeiden.

Als neue Gebührenordnungspositionen wurden die hierfür erforderliche fachgebundene genetische Beratung und die Laboruntersuchung zum 1. Juli 2021 in den EBM gelistet.

    Gezielte Anti-D-Prophylaxe mit dem RhD-NIPT

    Bisher haben alle RhD-negativen Schwangeren unabhängig vom Rhesusfaktor des ungeborenen Kindes eine Anti-D-Prophylaxe in der 28.–30. SSW erhalten. Die Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors während der Schwangerschaft ermöglicht nun einen gezielteren Einsatz der Prophylaxe. Nur wenn ein RhD-positives Kind erwartet wird, besteht das Risiko einer Sensibilisierung der Mutter.
    Die medizinisch unnötige Gabe von Blutprodukten (Anti-D-Immunglobulin) und das damit verbundene (geringe) Übertragungsrisiko für Infektionen an RhD-negative Schwangere, kann mit der Bestimmung
    des fetalen Rhesusfaktors mittels eines nicht invasiven Pränataltests in ca. 40 % der Fälle vermieden werden, da ca. 40 % der Kinder RhD-negativer Mütter ebenfalls RhD-negativ sind.


    Das müssen Sie wissen

    Testanforderung

    Die amedes führt die Analyse mit einem validierten Test durch, welcher die geforderten Kriterien laut Mutterschafts-Richtlinie deutlich übererfüllt:

    • Sensitivität > 99,9 %
    • Spezifität > 99,6 %

    Abnahmezeitpunkt

    • optimale Abnahme um die SSW 16 [16-/+1] § zugelassen

    • ab SSW 12 [11+0] bis SSW 26 (um Zeit für die Anti-D-Prophylaxe zu lassen)

    Anforderung

    IN PAPIERFORM

    • Anforderungsschein ausfüllen, mit Barcode und GenDG-Aufkleber bekleben
    • Einwilligungserklärung auf GenDG-Aufkleber und Aufklärungsbogen von der Patientin unterschreiben lassen (ggf. zusätzlich Verzichtserklärung auf die genetische Beratung)

    oder

    IN ELEKTRONISCHER FORM ÜBER ORDERENTRY

    • Anforderung über ixserv/Quick Prax
    • Link zum Druck der Einverständniserklärung in Anforderungskarte vorhanden
    • Einwilligungserklärung auf Aufklärungsbogen von der Patientin unterschreiben lassen (ggf. zusätzlich Verzichtserklärung auf die genetische Beratung)

     

    Befunddauer

    • die mittlere Befunddauer beträgt 1 Woche

    Probenabnahme

    • separate Abnahme nur für den fetalen RhD (aus diesem Probenmaterial wird sonst keine andere Analyse durchgeführt)
    • 7,5 ml EDTA Monovette (Sarstedt) oder 9-10 ml BD Vacutainer® EDTA-Röhrchen, bitte bei Raumtemperatur lagern. Mehrere kleinere EDTA-Monovetten bzw. Vacutainer sind nicht geeignet!
    • bitte Namen und Geb.-Datum auf Probenröhrchen schreiben
    • Probe darf nicht gekühlt und zentrifugiert werden
    • bevorzugte Annahme Mo.-Do., um eine Hämolyse der Proben (aufgrund ggf. verlängerter Transportzeit über das Wochenende) zu vermeiden

    Probenversand

    Versand der Probe zusammen mit dem Anforderungsschein und dem unterschriebenen Aufklärungsbogen mit dem Fahrdienst oder GO!-Kurier

    Qualifizierung zur fachgebundenen genetischen Beratung

    • s. Fact Sheet zur Genetischen Beratung

    Weitere Hinweise

    • Ein Mutterpassaufkleber mit dem RhD-NIPT-Ergebnis wird zukünftig zusammen mit dem Befund verschickt.
    • Die Analyse ist nur für Einlingsschwangerschaften zulässig.

    Abrechnungshinsweise

    Ab 01.07.2021 werden folgende Gebührenordnungspositionen (GOP) in den einheitlichen Bewertungsmaßstab aufgenommen. Zusätzlich finden Sie nebenstehend die Vergütung für die PKV-Leistung nach GOÄ.

    * Die Abrechnung erfolgt über das Arztinformationssystem.
    # Die Laboruntersuchung kann an einen Laborarzt überwiesen werden (Muster 10) und ist extrabudgetär.


    Downloads

    Patienteninformation

    Ärztliche Information

    Einverständniserklärung nach GenDG

    Infokarte

    Factsheet Genetische Beratung